Folge 1: Warum eigentlich… kennt Werbung auf Youtube keine Grenzen?

Es ist schon erstaunlich, wie treu die Kommunikationsgemeinde den großen Plattformen folgt. Mit geradezu blindem Vertrauen! Das gab es früher nicht in dieser Form.

Ein gutes Beispiel dafür ist Youtube. Da gibt es unglaublich viele Spots und Videos. Auch von Marken. Auch von sehr großen, professionell geführte Marken. Da findet man dann ein Video von einem Auto, es handelt sich um eine Teaser-Kampagne für eine Produkteinführung des neuen Peugeot 3008 SUV. Das Video hat 2,2 Millionen Aufrufe! So steht es da unter dem Video. Wahnsinn. Das kostet im linearen Fernsehen ein kleines Vermögen! 2,2 Millionen aktive Aufrufe von Menschen, die danach suchen. Oder zumindest das Video aussuchen. Und das auf einer einzigen Plattform, sind eine unglaubliche Leistung.

Dumm ist nur, dass das Auto schon vor zwei Jahren auf dem Markt kam. Und die Teaserkampagne zur Produkteinführung geplant war. 

Da stellen sich jetzt natürlich ein paar Fragen. Wie viele der 2,2 Millionen Aufrufe kamen eigentlich in den ersten vier Wochen oder den ersten drei Monaten zustande? Wie viele Aufrufe kamen im ersten Jahr zusammen? Wie haben die Aufrufe sich danach entwickelt? Keine Ahnung. Diese Infos sind ja bei Youtube nicht so wichtig. 2,2 Millionen, diese Zahl spricht scheinbar für sich.

Sie werden jetzt sagen: Die Marketingabteilung oder die Agentur hat die Aufrufe doch sicherlich gemonitort. Weiß man aber wirklich, wann genau die Leistung erfolgt ist? Für Unternehmer und Agenturen wäre es doch spannend zu wissen, wie viele Likes in welcher Woche oder in welchem Monat entstehen. Oder in welchem Kontext mit anderen Medieninvestitionen. Früher gab es noch einen GRP, mit GRP pro Wochen und so weiter. Gibt´s heute scheinbar nicht mehr. Jedenfalls nicht auf Youtube. Sondern nur noch eine Gesamtreichweite für zwei Jahre (wie beim Auto siehe oben). Spannend, wie sich die Kommunikationsplanung entwickelt hat. Immer globaler. Immer größer. Dann braucht man ja auch nur noch globale, große Zahlen. Youtube, Facebook und Co. sind also dauerhaft wirksame Dauerwerbeform, oder? Warum muss man dann noch planen und optimieren? 2,2 Millionen Aufrufe in zwei Jahren reichen doch. Oder?